Unser Reiseblog

27
Mai 2014

Für manche das Paradies

posted in: Indonesien Gili_Islands_Blogtitel

Viele beschreiben sie als ein kleines Paradies. In gewisser Weise haben sie auch recht, aber für uns gibt es schönere Orte, Orte, die dem Paradies näher kommen. Aber was ist schon das Paradies?
Die Rede ist von den Gilis. Den drei kleinen Inseln, die im Norden vor Lombok liegen. Gili Air, Gili Meno und Gili Trawangan. Gili Meno liegt in der Mitte und hat sich seine Ursprünglichkeit bewahrt. Es gibt nur ein paar wenige Bungalowanlagen, Homestays und zwei Hotels. Gegessen wird um 19:00 Uhr und um 20:00 Uhr geht’s ins Bett. In einer Stunde hat man die Insel zu Fuss umrundet, das Highlight: Die Schildkrötenaufzuchtstation. Vier einfache Becken, in denen die kleinen Turtels herum plantschen, bis sie im Alter von acht Monaten im Meer ausgesetzt werden und ihre eigenen Wege gehen müssen.

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Gili Trawangan hingegen wird als Partyinsel bezeichnet, liegt am weitesten von Lombok entfernt und ist die größte der drei Inseln. Laute Musik und Scheinwerfer zeugen davon, dass sie ihrem Ruf alle Ehre macht. Wir entschieden uns von Lombok zunächst den kürzesten Weg zu wählen und nach Gili Air, eine gute Mischung aus der Ruhe Gili Menos und dem Nachtleben auf Gili Trawangan, überzusetzen. Ein Bungalow im Südwesten war schnell gefunden, die Restaurantmeile und die meisten Unterkünfte liegen allerdings im Osten. Aber auch hier sind die Wege nicht weit. Man kann die Insel bequem zu Fuss in eineinhalb Stunden umrunden, am Strand oder dem unbefestigten Sandweg, der immer an der Küste entlang führt. Fortbewegungsmittel sind ansonsten Fahrräder oder kleine Pferdekutschen, die die Besucher gerne mit ihrem schweren Gepäck aufladen und von A nach B befördern. Wir sind immer gelaufen. Vier Nächte verbrachten wir im Pongkor Resort, was nette Pavillons am Strand hatte, in denen wir manchmal den ganzen Tag verbrachten, angefangen mit einem leckeren im Preis inbegriffenen Frühstück über stundenlanges Lesen bis hin zum Genießen eines köstlichen Gado-Gado (gedünstetes Gemüse, Reis und Erdnusssoße) am frühen Nachmittag.

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Ab und zu kühlten wir uns im flach abfallenden türkis blauen Meer ab, träumten mit dem Blick auf die vor uns auf Lombok liegenden Berge von weiteren Abenteuern oder hielten ein Nickerchen. Wie im Urlaub. Und genau das sollten die letzten Tage unserer 13monatigen Weltreise auch sein. Urlaub. Entspannung. Genießen, nichts tun zu müssen und nur die Dinge zu unternehmen, auf die man gerade Lust hat. Wir trafen uns mit Gregory und Valerie (das französische Paar, das Kai bei der Vulkanbesteigung kennen gelernt hatte) das ein oder andere Mal zur Happy Hour auf einen Cocktail in einer Bar, von dessen Pavillons am Strand man einen herrlichen Blick auf die untergehende Sonne und den sich anschließend blutrot und violett verfärbten Himmel hatte oder aßen mit ihnen zusammen frisch gegrillten Fisch in einem der vielen und am Abend schön beleuchteten Strandrestaurants.

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An einem Abend gönnten wir uns sogar einen Kinobesuch. Freiluftkino mit Sitzsäcken und Eisschokolade direkt am Strand. So lässt es sich aushalten. Da wir aber nach ein paar Tagen alles gesehen hatten und uns tatsächlich vom Nichtstun schon etwas langweilig wurde, kauften wir ein Ticket nach Gili Meno. Die Honeymoon Insel. Angekommen, zog ich los eine Unterkunft für die nächsten zwei Tage zu finden. Kai wartete mit dem Gepäck in der Nähe des Hafens. Zunächst kam ich vorbei an luxuriösen Bungalows, in denen die Nacht 2mio IDR kostet, dann an Zelten und Bauruinen. Ein merkwürdiger Mix. Ich fragte bei einigen Bungalowanlagen nach dem Preis und staunte nicht schlecht, war es doch deutlich teurer, als auf Gili Air und ein Frühstück inklusive boten nur die wenigsten Besitzer. Weiter im Norden und Nord-Westen wird die Insel dann wieder ein bisschen schöner, was sowohl den Strand als auch die Unterkünfte anbelangt. Nach gut einer Stunde wurde ich schließlich fündig. Ein kleiner feiner Holzbungalow mit offenem Bad und Terrasse in einer schönen Gartenanlage. Gili Garden. Nicht direkt am Strand aber dafür preislich in unserem Rahmen und sogar mit Frühstück. Hier und auf den Liegen der umliegenden Restaurants verbrachten wir weitere zwei ruhige, sehr ruhige Tage mit Nichtstun, Lesen, Schnorcheln und Tauchen.

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Die Gilis sind schön, aber das Paradies haben wir hier nicht gefunden. Dafür sind die Strände nicht einmalig genug, die Riffe nicht artenreich genug und die Unterkünfte versprühen nicht ausreichend genug Charme. Am Strand muss man häufig Schuhe tragen, da so viele tote Korallen angespült wurden, dass es barfuss zu sehr pikst. Bis vor 12 Jahren wurde um die Inseln herum Dynamitfischen betrieben, was zum massenhaften Korallensterben geführt hat und leider nur noch einzelne wirklich gute Tauchspots übrig gelassen hat. Das Riff erholt sich langsam, aber eine solche Artenvielfalt wie vor dem Dynamitfischen wird es wohl nie wieder geben. Gili Meno war uns zu ruhig und trotz der Einsamkeit blieb das Robinson Cruseo Feeling aus. Gili Air war nett, aber vier Tage reichen völlig und zu Gili Trawangan können wir nichts sagen, weil wir uns nach unserem Besuch auf Gili Meno auf den Weg nach Bali machten.

One comment
  1. Horst
    Jun 04, 2014

    Hallo ihr beiden, auch wenn die Gilis für euch nicht das „Paradies“ waren so kann man doch wohl sagen, dass ihr auf eurer tollen Reise viele dieser „Paradiese auf Erden“ gesehen habt.
    Und auch wenn heute für euch diese Weltreise endet, so wünsche ich euch, dass ihr immer wieder diese Paradiese für euch findet.
    Alles Gute und vielen Dank für die vielen tollen Reiseberichte und -bilder. Ich bin euch immer gerne „gefolgt“ und so hat auch für uns Daheimgebliebene eure Weltreise uns einen Blick in viele schöne und spannende Ecken unserer Welt eröffnet!
    Bis Hoffentlich bald …
    Gruß, Horst

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